Wieder einmal steht der Nanowrimo an und ich habe die Gelegenheit genutzt, einen meiner beliebtesten Blogartikel endlich von meiner alten Seite auf die neue umzuziehen. Dieser Artikel ist auf meiner alten Seite am 13. November 2013 erschienen.

Damals schrieb ich meinen romantischen Fantasyroman Bis ins Herz der Ewigkeit, der inzwischen bei Carlsen Impress erschienen ist, und zeitgleich einen Erotikroman, den ich sehr liebe und der etwas ganz besonderes ist, und der genau deshalb noch keinem Verlag angeboten wurde, weil ich noch überlege, was ich mir eigentlich dafür wünsche.

Dieses Jahr werde ich wieder einen Doppel-Nano schreiben, zum einen mit Teil 3 meiner persönlichen Bestseller-Reihe Seelenmagie (romantische Fantasy) zum anderen mit einem experimentellen Geheimprojekt, über das ich im Moment noch nichts verraten werde. Alles, was ich 2013 geschrieben habe, hat auf gewisse Art immer noch oder wieder seine Gültigkeit und ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

Bekenntnisse einer Bigrafistin – Unternehmen Doppelnano

Bis ich angefangen habe zu schreiben, dachte ich immer, dass ein Autor die ganze Zeit nur an einem Buch arbeitet, bis es fertig ist. Dass er keine Gedanken an ein anderes Machwerk verschwenden will und muss, bis das aktuelle beendet ist. Schon länger weiß ich, wie sehr ich mich geirrt habe.

Das Wesen des Irrtums

Wenn das Gehirn einmal im Plotmodus ist, dann schickt es immer neue Ideen, dabei ist es ihm völlig egal, ob der Gehirnbesitzer die gerade brauchen kann oder nicht. Man schreibt sie auf und hofft, sie damit ad acta zu legen, bis man Zeit dafür hat. (Kleiner Lacher am Rande. Zeit. Haha.) Leider funktioniert das so nicht. Figuren stellen sich vor, ob man sie darum gebeten hat oder nicht. Sie fangen einfach an zu reden, bringen Dialoge mit und – was viel schlimmer ist – weitere Figuren. Bald schwirrt einem der Kopf vor Figuren und Projekten, für die man vielleicht mal in zwei Jahren Zeit hat. Oder nicht. Siehe Klammer. Das fatale ist, man fängt an, sie zu mögen. Man verliebt sich immer mehr in die neue Plotidee und es kommt recht schnell der Punkt, da will man sie unbedingt schreiben.

Ich bin doch schon liiert!

Da ist aber noch der alte Plot. (Einer? Haha.) Ein Roman, zu dem man über Monate hinweg eine Beziehung aufgebaut hat. Der einem am Herzen liegt und den man nicht weniger liebt, nur weil der neue plötzlich da ist. Trotzdem, da ist dieses Sehnen, dieses wunderbare Kribbeln, wenn man an die neue Geschichte denkt. Es lockt einen weg von der verlässlichen Wärme und Zuneigung, die man mit dem aktuellen Roman teilt, und die man ebenso wenig missen möchte.

Die Gefahr

Und da fängt sie an. Die Gefahr, fremdzugehen. Leider passiert einem das nicht nur gelegentlich. Es passiert ständig. Bei jedem Roman wieder, bei jedem neuen Plot. Man muss lernen, das Kribbeln zu ertragen, ohne sich davon verführen zu lassen, denn sonst würde man nie etwas fertig stellen. Man muss die Balance finden zwischen dem vorsichtigen hegen und pflegen neuer Ideen und dem gewissenhaften verarbeiten der alten.

Die Lösung des Problems – Bigrafie

Meine Lösung derzeit? Bigrafie. Denn was ich oben erzählt habe, ist der wahre Grund, warum ich zwei Romane gleichzeitig schreibe. Ich mag sie beide zu sehr, um mich für einen von ihnen zu entscheiden. Gleichzeitig habe ich nach dem Nano keine Zeit, die jeweils andere Idee umzusetzen. Also schreibe ich sie einfach beide. Und es klappt erstaunlich gut. Sie ergänzen sich und kommen sich erstaunlich wenig ins Gehege. Eifersucht vermeide ich, in dem ich konstant an beiden Projekten arbeite, keines vernachlässige.

Die Methode – man wird zum Switcher 😉

Erstaunlich leicht fällt der Wechsel. Das mag daran liegen, dass die Projekte so unterschiedlich sind. Sie haben einen abweichenden Erzählstil, verschiedene Pespektivenanordnung, völlig andere Settings. Sie sind zwar beide Liebesgeschichten, aber nicht aus dem gleichen Genre. Dazu kommt, dass bisher nur eine der Geschichten verkauft ist. Sie hat natürlich Vorrang. Wenn ich damit für den jeweiligen Tag fertig bin, dann macht es aber richtig Spaß, noch einmal ein neues Projekt aufzumachen und daran zu arbeiten. An einem Projekt, das derzeit noch ein Spaßprojekt ist. Der Konkubinus sozusagen. Sollte das Porjekt einen Verleger finden, würde ich mich natürlich nicht wehren. Derzeit schreibe ich es aber nur für mich.

So, jetzt wisst ihr es. Ich bin Bigrafistin und habe Spaß dabei. Ich könnte mir tatsächlich vorstellen, das jetzt immer so zu machen. Wenn die Projekte es mitmachen. Denn die machen ja nicht immer, was der Autor will. 😉

Eure Alana