– Sarah –
Ich hole tief Luft und mein Atem verfängt sich in meiner Kehle. Es klingt wie ein Schluchzen. Sofort ist Jan bei mir, er zieht mich an sich, anscheinend ist ihm jetzt egal, wer uns sieht. Ich lehne mich an ihn, vergrabe den Kopf an seiner Schulter und meine Finger in seinem Hemd. Sein Geruch nach Papier und Tinte umfängt mich tröstlich.
»Es tut mir so leid«, flüstert er.
Es dauert eine Weile, bis ich antworten kann. »Schon gut, du kannst nichts dafür.«
Es ist vielleicht die größte Lüge, die ich je ausgesprochen habe. Natürlich ist es seine Schuld. Dieses Sehnen in mir, das ich vorher nicht kannte, die Wünsche, die ich vorher nicht hatte, das Leben, das ich vorher nicht brauchte. Wer hat Schuld daran, wenn nicht er?
»Lass mich nie wieder so lang allein«, flüstere ich.
Jeden Moment, den ich noch habe, will ich mit ihm verbringen.Jeden einzelnen.
©Bis ins Herz der Ewigkeit, Alana Falk, Carlsen Impress 2014