Hallo und willkommen zurück zu meiner neuen Serie. 🙂 Letzte Woche gab es einen groben Überblick über die Serie und eine Zusammenfassung, wozu ein Exposé gut ist. (Das Exposé Teil 1: Was ist ein Exposé und wofür brauche ich es.) Heute stelle ich euch vor, wie man ein Exposé gliedern kann. Wie ich bereits sagte, gibt es viele Möglichkeiten, an ein Exposé heranzugehen, es gibt also auch viele Möglichkeiten der Gliederung. Ich werde euch hier meine Gliederung vorstellen, die für mich gut funktioniert. Es steht euch natürlich frei, es anders zu machen.

 

Übersicht über die Gliederung:

 

1. Allgemeine Informationen zum Manuskript

2. Pitch / Kurzinhalt

3. Figurenbeschreibung

4. Hintergründe

5. Bemerkungen zur Erzähltechnik

6. Lange Inhaltsangabe

7. Ausblick auf weitere Teile z.B. einer Trilogie

 

Erläuterung der Punkte:

 

1. Allgemeine Informationen zum Manuskript

 

Arbeitstitel: Prinz Hakennase

Genre / Zielgruppe: New Adult / Märchenadaption / Junge Erwachsene

Setting: New York und Indien in der Gegenwart

(Thema: Coming of Age)

Seitenzahl: ca. 300

Stand: Gesamtmanuskript vorhanden / 30 Seiten Leseprobe

Fortsetzungsoption: Weitere Märchenadaptionen

[Information zur Perspektive]

 

Anmerkungen zu den allgemeinen Informationen:

 

Arbeitstitel: Ein packender Arbeitstitel ist sicher nicht verkehrt, vielleicht sogar einer, über den man ein bisschen stolpert und der neugierig macht. Einen guten Titel zu finden ist aber ziemlich schwer und der Arbeitstitel entscheidet im Normalfall nicht sofort über Ja oder Nein. Wenn euch also ein guter Titel einfällt, ist das super, aber setzt euch nicht unter Druck, andere Teile des Exposés sind wichtiger.

Edit: Nach Gesprächen mit Kollegen aus gegebenem Anlass hier noch ein kleiner Zusatz: Hütet euch vor einem Arbeitstitel, der ein falsches Genre suggeriert. Dann lieber ein langweiliger Arbeitstitel, der ganz genau zu eurem Buch passt.

 

Genre / Zielgruppe: Wenn man Genreliteratur schreibt (Erotik, New Adult, Paranormal Romance, Thriller) ist es wichtig, das Buch so genau wie möglich einzuordnen. Wenn man keine Genreliteratur schreibt, ist es sicher nicht hilfreich, im Exposé so zu tun, als wäre der Roman einem bestimmten Genre zuzuordnen. Es ist dann besser, mehrere Genres anzugeben oder sich vielleicht einfach eine eigene, witzige Genrebezeichnung auszudenken. Dies trägt zur Authentizität des Romans bei. Man kann aber z.B. auch erfolgreiche Bücher angeben, die dem eigenen Roman ähnlich sind. Das Thema Genre würde diesen Artikel sprengen, ich habe deshalb dazu einen Exkurs verfasst. (Exkurs: Ein Wort zum Genre)

 

Setting: Ein kurzer Vermerk, wann und wo euer Buch spielt

 

Thema: Ich gebe normalerweise kein Thema für meine Romane an. Es kann aber sinnvoll sein, vor allem dann, wenn ein Roman sich nicht eindeutig in ein Genre oder Subgenre einordnen lässt, oder das gewählte Genre sehr weit gefasst ist. Auch generell steht es euch natürlich frei, das zugrundeliegende Thema eures Romans im Exposé anzugeben.

 

Seitenzahl: Die Seitenzahl ist für Printverlage eine wichtige Information, um die Druckkosten zu kalkulieren. Die Länge des Romans wird wohl nicht sofort über eine Zu- oder Absage entscheiden. Wenn der Roman Anklang findet, kann es sein, dass um Kürzung oder Ausbau gebeten wird. Trotzdem solltet ihr euch bemühen, die Angabe so genau wie möglich zu machen.

 

Stand: Wie viel vom Roman schon vorhanden ist, ist vor allem dann wichtig, wenn der Autor noch nie einen Roman veröffentlicht hat. Der Verlag möchte in diesem Fall meist ein komplettes Manuskript sehen, um sicher zu gehen, dass der Autor überhaupt einen Roman fertig stellen kann. Außerdem spielt es auch für die Planung des Veröffentlichungsdatums eine Rolle, bis wann der Roman fertig sein kann. Ihr könnt hier also auch ruhig ein geplantes Fertigstellungsdatum angeben, das ihr dann allerdings auch einhalten solltet. Sonst lasst ihr es lieber weg.

 

Fortsetzungsoption: Die Fortsetzungsoption ist nicht unbedingt üblich, ich schließe sie aber ein, vor allem dann, wenn ich schon eine Idee für eine Fortsetzung habe. Die meisten Verlage streben eine langfristige Zusammenarbeit an und sehen gerne, dass der Autor in der Lage ist, einenen sogenannten Nachfolger bereitzustellen. Also einen Roman, der, nicht unbedingt eine echte Fortsetzung sein muss, dem ersten in Aufbau, Thema etc. aber ähnlich ist und die gleiche Leserschaft anspricht. Ich würde diesen Punkt aber lieber weglassen, wenn ihr nichts passendes (wie hier: weitere Märchenadaptionen) anbieten könnt, anstatt auf Gedeih und Verderb nach etwas zu suchen.

 

Information zur Perspektive: Ich persönlich führe das bei den Figurenbeschreibungen auf, es ist aber natürlich auch möglich, gleich hier zu nennen, wer eine Perspektive hat und in welcher Zeitform der Roman geschrieben ist. Beispiel: Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht von Radha und Krishan in der ersten Person im Präsens (oder dritte Person Präteritum oder was eben auf deinen Roman zutrifft) erzählt.

 

2. Pitch / Kurzinhalt

Der Pitch ist sozusagen der Werbeslogan für dein Manuskript. Eine Ultrakurzzusammenfassung von zwei bis drei Sätzen, die dem Lektor deinen Roman schmackhaft machen soll. Der Pitch darf gerne ein wenig (!) reißerisch sein und einen Cliffhanger beinhalten. Da es ziemlich schwierig ist, einen guten Pitch zu schreiben, gibt es dafür einen eigenen Artikel. (Teil 3: Schritt für Schritt zum Pitch und “Schritt für Schritt zum Klappentext”

 

3. Figurenbeschreibung mit Nennung des Perspektivträgers

Vorstellung der wichtigsten Figuren in zwei bis drei Sätzen. Welche Figuren genannt werden sollten und was ihr über sie erzählen solltet, lest ihr in Folge 4. (Folge 4: Figurenbeschreigungen)

 

4. Hintergrundinformationen

 

Dieser Punkt findet sich nur selten in meinen Exposés, weil ich der Meinung bin, dass dem Lektor in der langen Inhaltsangabe alles genauso erzählt werden sollte wie im Roman dem Leser. So wie die Hintergründe einer Geschichte dem Leser also Stück für Stück im Verlauf der Geschichte enthüllt werden, sollte das auch im Exposé passieren. Bei manchen Geschichten mit historischem oder medizinischem Hintergrund bietet es sich aber an, bestimmte Informationen oder Teile der Vorgeschichte auszulagern, um die lange Inhaltsangabe nicht zu verkomplizieren.

 

5. Anmerkungen zur Erzähltechnik

 

Generell stellt man in einem Exposé die Handlung eines Romans chronologisch dar. Ist der Roman aber in mehreren Zeitlinien erzählt, sollte man das kurz anmerken. Für “Die blutroten Schuhe” zum Beispiel habe ich geschrieben:

“Die Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven von Cristan und Kati erzählt, wobei Cristans Perspektive in Jahr 1 beginnt, Katis Perspektive hingegen in Jahr 7. Die beiden Zeitlinien vereinen sich auf der Hälfte des Manuskripts zu einer gemeinsamen Zeitebene.”

 

6. Lange Inhaltsangabe

 

Hier wird die Haupthandlung des Romans wiedergegeben, mit allen überraschenden Wendungen und natürlich auch dem kompletten Ende. Weil das sehr umfassend ist, gibt es auch dazu einen eigenen Artikel.

 

(Folge 5: Die lange Inhaltsangabe)

7. Ausblick auf weitere Teile

 

Bei einer Trilogie bietet es sich an, nach der langen Inhaltsangabe eine etwas längere Kurzzusammenfassung der nachfolgenden Teile und vor allem des absoluten Endes zu schreiben, damit der Verlag weiß, worauf er sich einlässt und vor allem, dass der Autor schon weiß, wo er mit der Trilogie hin will.

 

Zum Schluss

 

Ich hoffe, das hilft euch schon mal ein wenig weiter, auf dem Weg zum Exposé. Wenn euch der Artikel gefallen hat, freue ich mich, wenn ihr ihn weiterempfehlt und natürlich nächste Woche wieder reinlest. Um nichts zu verpassen, findet ihr in der Side-Bar verschiedene Möglichkeiten, meinen Blog zu abonnieren. 🙂

 

Eure Alana

 

Eure Fragen sind erwünscht!

 

Dir brennt schon lange eine Frage zum Exposé auf der Seele? Lass es mich wissen, vielleicht kann ich es in die Serie einbinden oder mit einer Antwort weiterhelfen, auch wenn ich sicher kein Experte bin. 😉

 

 

Es hat dir gefallen? Dann freue ich mich, wenn du es weitersagst! 🙂

Eure Alana

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