Eine Live-Überarbeitung? Was soll das bitte sein? Das fragen sich jetzt vielleicht einige von euch. Die Antwort ist ganz einfach: Ich werde eines meiner alten Manuskripte vor euren Augen überarbeiten. Um genau zu sein, mein allererstes Manuskript, das so schlecht ist, dass ich mich kaum traue, es aufzumachen. Es war das erste, was ich je geschrieben habe. Mein Nano-Roman von 2008, für dessen Zustand ich mich nur deswegen nicht in Grund und Boden schäme, weil ich davor wirklich wortwörtlich nie etwas geschrieben habe. Und weil mir die Geschichte nach wie vor gefällt.

 

Vielen von euch wohl auch, denn ich habe diesen Roman als Vorlage für meinen Artikel “Schritt für Schritt zum Klappentext” verwendet und werde seitdem immer wieder gefragt, ob ich ihn nicht veröffentlichen will. Auch hierauf ist die Antwort ganz einfach: Nein. Ich will nicht. Eigentlich. Es würde zu viel Zeit kosten, aus diesem Manuskript etwas zu machen, was man guten Gewissens einem Verlag anbieten kann. Andererseits wäre es schade um die Geschichte. Also dachte ich mir, ich versuche es mal so.

 

Und darum geht es:

 

Prinz Hakennase

 

Genre: New Adult mit ein bisschen Erotik

 

Verschleppt unter die sengende Sonne Indiens und zur Ehe gezwungen.

 

Nichts verbindet die 21-jährige Radha, die sich als New Yorkerin sieht und studieren möchte, noch mit ihren indischen Wurzeln. Als ihre Eltern sie mit einem standesgemäßen Inder verheiraten wollen, schlägt sie alle Bewerber mit Beleidigungen und schlechtem Benehmen in die Flucht. Zur Strafe wird Radha nach Indien geschickt, wo sie lernen soll, sich den Traditionen zu beugen. Doch Radha lehnt sich mit allen Mitteln auf, bis ihre Tante sie aus Wut verheiratet. An einen Unberührbaren, dessen elendes Dasein Radha von nun an teilen muss. Kann Radha sich damit abfinden, ihr Leben mit der harten Arbeit auf dem Feld zu verbringen? Und sind wirklich entstellende Narben der Grund, warum ihr Ehemann sein Gesicht mit Tüchern vor ihr verbirgt?

 

Wie läuft es ab?

 

Ich werde in Teilstücken von wenigen Seiten vorgehen. Dazu werde ich euch immer zuerst den alten Text in all seiner grausamen Schlechtheit präsentieren. Auch wenn´s weh tut. Ihr dürft ihn kommentieren oder mit Tomaten bewerfen, oder auch mit Schuhen, das hat schließlich in Indien Tradition. Dann werde ich im selben Blogartikel demonstrieren, wie ich beim Überarbeiten vorgehe. Am Ende des Artikels steht dann der neue Text.

 

Plan:

 

  1. Ich erwarte mir nicht, danach ein verlagsreifes Manuskript zu haben. Dafür würde eine Überarbeitung nicht reichen. Dazu müsste ich es neu schreiben.
  2. Es fehlt einiges an Recherche, wozu mir die Zeit fehlen wird. Was geht, werde ich aber nachrecherchieren.
  3. Ihr werdet sehen, wie man bei der Überarbeitung eines Romans vorgehen kann.
  4. Ihr bekommt, wenn mir nicht zwischendrin die Luft ausgeht, den ganzen Roman zu lesen. Es wird dafür hier auf meinem Blog eine extra Seite geben, wo ihr alle überarbeiteten Szenen am Stück lesen könnt.
  5. Zeitlich werde ich versuchen, jede Woche einen Abschnitt herauszugeben.
  6. Wenn am Ende die neue Version deutlich weniger mit Schuhen beworfen wurde als die alte, könnte ich mir vorstellen, sie als Gesamtmanuskript herauszubringen.

 

Ich brauche eure Hilfe!

 

Ich werde eure Kommentare brauchen, die schlechten wie die guten. Ich möchte wissen, ob euch die Story gefällt, oder ob es doch besser wäre, die Live-Übarbeitung sein zu lassen und das Manuskript wieder in die Schublade zu legen. Oder besser virtuell zu verbrennen. 😀 Anfeuerung wird auch gern genommen. Und ihr könnt mitentscheiden, wie die Handlung verlaufen soll.

 

Freut euch also auf ausgelutschte Klischees, miesen Schreibstil, flache Charaktere, schlecht recherchierte Fakten und oberflächliche Settings. Erlebt mit, wie daraus (hoffentlich) eine lesbare Geschichte wird. Seid ihr dabei?