An Schreibratgebern scheiden sich die Geister. Die einen verabscheuen sie, die anderen lieben sie. Ich gehöre zur zweiten Gruppe. Schreiben ist für mich ein Handwerk, das man lernen kann und es gibt so viel neues zu entdecken. Deswegen gehören Schreibratgeber zu meiner bevorzugten Lektüre, ich lese sie genauso weg wie Romane.

Ich finde es unheimlich spannend, zu erfahren, wie andere Autoren beim Schreiben vorgehen, wie sie ihren Alltag strukturieren, mit welchen Tricks sie sich behelfen und welche Techniken sie benutzen, um einen Plot zu retten oder eine Szene spannend zu gestalten.

Schreibratgeber sind für mich keine dogmatischen Lehrwerke, sondern eine Quelle der Inspiration und oft genug auch Arbeitserleichterung. Generell gilt: Nimm mit, was für dich nützlich ist und lass den Rest sein. Ich adoptiere nicht gerne ganze Methoden, ich puzzle mir lieber meine eigene Stück für Stück zusammen. Für alle, die jetzt neugierig geworden sind, habe ich eine Liste meiner liebsten Schreibratgeber zusammen gestellt. Die meisten habe ich auf Englisch gelesen, möglicherweise sind einige aber auch auf Deutsch erhältlich.

Disclaimer: Ich bin nicht für Links und dadurch evtl. verursachten Schaden verantwortlich. Ich bin bei keinem dieser Schreibratgeber am Umsatz beteiligt und ich kann natürlich nicht garantieren, dass euch die Bücher genauso gefallen wie mir.

 

Schreibratgeber für den ersten Überblick

 

Wort für Wort (Elizabeth George)

 

Besonders für Einsteiger geeignet. Ein kurzweiliger Überblick über den Alltag eines Autors, die verschiedenen Schritte beim Schreiben eines Romans und einige nützliche Schreibtechniken.

Vier Seiten für ein Halleluja (Hans Peter Roentgen)

Der Klassiker unter den Schreibratgebern mit vielen Textbeispielen, die anschaulich machen, wie man mit Texten arbeiten kann, wo die häufigsten Fehler sind und wie man sie vermeidet. Warnung: Macht Lust auf sofortiges Ausprobieren. Es empfiehlt sich, eigene Texte parat zu haben, die man neben dem Lesen prüfen und durcharbeiten kann.

 

Tiefergehende Schreibratgeber

Writing the Breakout novel

Nicht auf den reißerischen Titel achten, tolles Buch, aber Vorwissen halte ich für sehr sinnvoll, damit man möglichst viel daraus mitnehmen kann

 

Schreibratgeber zum Thema Plot

 

Plot (Ansen Dibbel)

Eine großartige Zusammenstellung der wichtigsten Dinge, die es beim Plotten eines Romans zu beachten gilt. Fokus liegt auf dem Inhalt (Was macht einen guten Plot aus), weniger auf der Vorgehensweise beim Plotten. Unbedingte Leseempfehlung. Absolutes Grundlagenwissen.

20 Masterplots and how to build them (Ronald B. Tobias)

Auch auf Deutsch erhältlich.

KEIN Rezeptbuch, sondern eine Aufstellung der gängigsten Plotvarianten, anhand derer man fabelhaft lernen kann, wie ein guter Plot funktioniert und worauf es bei einer spannenden Geschichte ankommt. Checklisten helfen den Fehler zu finden, wenn der eigene Plot hängt und bieten eine Übersicht über die wichtigen Eckpunkte verschiedener Plots.

Rock your Plot (Cathy Yardley)

Eine kurze und knappe Schritt für Schritt Anleitung, mit der man auch den ausgefranstesten Plot wieder in den Griff bekommt. Erfahrung ist meiner Meinung nach sehr von Vorteil, da das Buch sich wirklich auf das wesentliche beschränkt. Das Vorwissen aus “Plot” von Ansen Dibell hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Prinzipiell auch zum Einstieg geeignet, ich würde aber empfehlen, die anderen Bücher zuerst zu lesen, ich denke, dass man mit guten Grundlagen-Kenntnissen noch viel mehr aus “Rock your Plot” mitnehmen kann.

Structuring your Novel (K. M. Weiland)

Ähnlich wie “Rock your Plot” und sehr gut als Ergänzung dazu geeignet. Etwas mehr Theorie, aber auch viele hilfreiche Praxistipps, wie man die Plotpoints bestimmt und wie man die richtigen Plotpoints für die eigene Geschichte findet.

Passionate Ink (Angela Knight)

Ein Buch, das sich speziell an Autoren von erotischen Liebesromanen richtet, das aber auch für alle anderen einen sehr guten Überblick über die wichtigsten Techniken beim Plotten eines (Liebes-) Romans bietet. Wie kann man vorgehen, um gute Figuren zu entwickeln? (Hier gibt´s mal ein paar neue Ideen, nicht immer nur das gute alte Charakter-Interview) Woher kommt der Konflikt in einer Liebesgeschichte? Wie gestaltet man ein zufriedenstellendes Ende? Was erwarten Leserinnen von Liebesromanen unter bestimmten Voraussetzungen von einer Geschichte? Mit ausführlichen Leser-Interviews. Sehr spannend.

Wer sich schon richtig gut mit dem Plotten auskennt, wird hier nicht viel Neues erfahren, aber für diejenigen, die sich im Romance Genre häuslich einrichten wollen, trotzdem immer lesenswert.

 

Schreibratgeber über Schreibtechniken

 

Schreibstil-Ratgeber I (Susanne Strecker)

Hervorragendes Buch, um einen sauberen Schreibstil ohne Ballast zu entwickeln. Mit vielen Praxis-Beispielen. Auch hier gilt: Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden, aber dafür muss man sie erst mal kennen und beherrschen.

 

Description and Setting (Ron Rozelle)

Wenn du früher immer gedacht hast, dass Autoren niemals all das in ihre Texte hineinschreiben, was die Deutschlehrer herauslesen, dann wird dich dieser Ratgeber eines besseren belehren. Alles über die subtilen Techniken, mit denen man einen Text lebendiger gestaltet und dem Leser aussagekräftige Bilder in den Kopf zaubert. Warnung: Regt zum sofortigen Ausprobieren an. 😉

 

Writing for emotional impact (Karl Iglesias)

In diesem Handbuch für Drehbuchautoren wird der Aufbau einer Geschichte von Anfang an erklärt. Wie konstruiere ich eine Grundidee, die den Leser emotional anspricht? Wie verkaufe ich meine Idee an den Lektor? Wie schreibe ich Texte, die dem Leser etwas bedeuten?

 

Effizienter, schneller und genussvoller schreiben

2K to 10K (Rachel Aaron)

Richtet sich an Berufsautoren, ist aber auch für andere geeignet, die mit Deadlines und wehrhaften Plots kämpfen. Anhand eines Dreiecks wird erklärt, wie man den eigenen Schreibprozess effizienter gestaltet und wie man den Spaß am Schreiben zurück bekommt, wenn man ihn verloren hat.

Write every day (Cathy Yardley)

Etwas ausführlicher als 2K to 10K. Richtet sich an Hobbyautoren bzw. nebenberufliche Schriftsteller, ist aber auch für Vollzeit-Berufsautoren interessant. Das Buch macht es leicht, zu erkennen, wo die ganz persönlichen Probleme im Schreiballtag liegen und zeigt Wege auf, diese zu bekämpfen.

 

Ideenfindungstechniken

 

Kreativ mit der Matrix (Richard Norden)

Tolle Technik, mit der man schnell auf neue, originelle Ideen für den eigenen Plot kommt. Es geht dabei vor allem um Ideen, die dabei helfen, den Plot dichter, besser und spannender zu machen. Das Buch selbst ist sehr kurz und für den Preis nicht sehr ausführlich, aber die Technik ist sehr hilfreich, deswegen nenne ich es hier trotzdem.

 

Hilfe für die Autorenseele

 

Resilience (Mark McGuinness)

Das Leben als Autor hält viele Rückschläge und Enttäuschungen bereit, die sich leider nicht vermeiden lassen. Wie geht man damit um? Diese Frage wird hier im Buch beantwortet. Alltagsprobleme von kreativ schaffenden Menschen werden aufgegriffen und es gibt Lösungsvorschläge, wie man damit umgehen lernt. Etwas viel Theorie, aber dennoch sehr hilfreich.

 

Weitere nützliche Helfer im Schreiballtag

 

Synonym-Wörterbuch (Duden)

Sprichwörter und Redewendungen (Duden)

Herkunftswörterbuch (Duden)

 

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